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Freispiel  

     

Das Spiel von Kleinkindern und Kindern im Vorschulalter unterscheidet
sich maßgeblich von dem der älteren Kinder. Dabei stellt das Spiel für das Kind keine
Freizeitbeschäftigung dar, sondern ist eine müßige Arbeit, um sich seine
Umwelt zu eigen zu machen.   
                                                                                                                                                        
Dem freien Spiel liegen zwei fundamentale Voraussetzungen zu Grunde.
Zum einen lebt das Spiel durch Nachahmung und Verarbeitung. Ein erlebnisreicher Alltag
 dient dazu, die entsprechenden Impulse zu geben.

Zum anderen dienen vielseitig verwendbare Spielutensilien und ausreichend
Zeit der freien Entfaltung des Kindes. Die Vielfalt der Materialien aus dem
Alltag und der Natur werden zweckentfremdet,  bekommen neue Bedeutungen
und tragen ebenfalls zu der freien Entwicklung bei.

Das Spiel bietet, wie keine weitere Betätigung, dem Kind die Möglichkeit,
sämtliche Lebenskompetenzen zu üben und zu verinnerlichen.
Zudem bildet das freie Spiel das Fundament für das Ausreifen der
kindlichen Individualität.

Diese Entfaltung kann im Erwachsenenalter Einfluss auf die verantwortliche
Übernahme einer Arbeit nehmen, wobei das kindliche Spiel auf
Impulsen beruht, während die Arbeit eines Erwachsenen dem Zweck dient.


 Das freie Spiel und die damit freigesetzten inneren Prozesse dienen dem
Vorstellungsvermögen, welches in späteren Schuljahren als Grundlage dient.
Alltägliche Ereignisse und Erfahrungen kann das Kind im freien Spiel aus eigenem Willen
ergreifen, nachahmend im aktiven Tun verarbeiten und sich zu eigen machen.

Ebenfalls bietet das Freispiel aus psychoanalytischer Sicht eine therapeutische
Funktion, bei der auch negative Gefühle wie traumatische Erlebnisse, Hemmungen,
Aggressionen und Ängste im Spiel dargestellt und verarbeitet werden können.

Während des Spiels werden die kognitiven und motorischen Fähigkeiten
eines Kindes geschult. Das Kind verknüpft während des Spiels seine
erworbenen Fähigkeiten mit seiner Gefühlswelt. Dies stärkt das innere
Gleichgewicht des Kindes, stellt die Grundlage für ein initiativreiches und
freudiges Spielverhalten dar und unterstützt die Lernfähigkeit.

Das freie Spiel wandelt sich der jeweiligen Altersstufe entsprechend
und lässt Aufschlüsse auf den Entwicklungstand eines Kindes zu.